Kaliningrad: kleines Russland

Mein Königsberg, mein schöner Ritter,
Die stolze Stadt der Könige und der Macht,
Jetzt mit der Asche und dem Splitter
in der Lunge. Deiner Mund fast nie lacht.

Du bist ungebrochen bei den Stürmen
Und unbesiegt bei den Kriege,
Du will nie vom Schlachtfeld türmen,
Auch wenn das bedeutet: keine Siege.

Manchmal schmerzen noch die Narben
Vergangener Epochen und Zeiten.
Du hast schon vergessen, wie viele Farben
Hatte dein Flag. Du bist verloren in den Weiten.

Wie eine Kampf-Medaille, gold und aufgebläht,
Bist du zu die Uniform des Zarenreich
Des ewigen Winters stark und kräftig genäht
Und ausgestellt mit andere zum Vergleich.

Aber über ruhige Gärten mit den Apfelbäume,
Steht neuer Stern der Hoffnung für dich ein.
Vielleicht bald alle deine süßen Träume
Können im Moment eine Realität sein.

Für mich der Traum bist immer nur du.
Meine "zu Hause"... wo riecht es nach Seewind,
Wo isst scharfen Hexenkräutern eine Kuh,
Wo enden meine Wege. Und wo sie immer beginnt.

Hier abstreifen hungrige Wölfe hin und her
Im düsteren Kiefernwald. Sie bellen bös und laut.
Hier Möwen kreischen über dem uralten, grauen Meer,
Das wie Spiegel der Ewigkeit auf mich schaut.

Da sind hohe Dünen voll mit teuflischer
Wandernden golden-gelben Sand.
Da wandert durch die Alleen kreuz und quer
Der nachdenkliche Geist: Immanuel Kant.

Nur hier singt der Vogelschor so wie eine Bimmel
So laut, so schön und ohne die Regeln.
Nur hier gibt es so hohe eisigen blauen Himmel,
Auf dem die Schiffe-Wolken ruhig segeln.

Nirgendwo anders hört man so viele Anklänge
Der Geschichte und sieht ihre Schramme.
Nirgendwo anders gibt es solche Sonnenuntergänge:
Sie lodern wie wilde bernsteine Flamme.

Mein Kaliningrad, mein tapferer Ritter,
Ich bin und werde immer mit dir.
Durch das Feuer und durch das Gewitter.
Herz zu Herz. Jetzt und hier.